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Peter Wimberger, Herbert Wimberger, Gottfried Haber © WimTec

Alternative Wachstumsfinanzierung als Chance für KMU

24. November 2016 | 11:35 Autor: Wimtec Startseite, Niederösterreich

Ferschnitz (A) Vom Alternativfinanzierungsgesetz profitieren nicht nur Start-ups, vor allem innovative, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sollten diese Chance für ihr Wachstum und Marketing nutzen. So die Quintessenz von Wirtschafts- und Finanzexperte Univ.-Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber und WimTec-Gründer und Geschäftsführer KR Herbert Wimberger im Rahmen einer spannenden Diskussion in Wien.  

Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht tatkräftige Unternehmer und mutige Gründer. Und die wiederum brauchen eines: Kapital. Nur: Woher wird das Geld in Zukunft kommen? Nicht nur Neugründungen und Start-ups benötigen Eigenkapital, sondern auch dynamisch wachsende Unternehmen aus dem Mittelstand. Rund 100 Gäste folgten der Einladung von österreichischem Gewerbeverein, Donau-Universität Krems und WimTec zum Vortragsabend über die zukünftige Finanzierung des Standorts Österreichs, neue Finanzierungsformen und ihre Praxistauglichkeit.

Auch wenn die Kreditklemme erst seit der Wirtschaftskrise in aller Munde ist, so gibt es die Finanzierungslücke des Mittelstandes bereits seit Jahrzehnten. Die strengere Regulierung des Bankensektors erschwert die Kapitalaufbringung zusätzlich, wenn immer mehr Sicherheiten gefordert und Eigenmittelquoten in dynamischen Wachstumsphasen niedrig werden. Seit September 2015 ermöglicht das Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) KMU, Kapital von privaten und gewerblichen Anlegern einzusammeln. „Alternative Finanzierungsmodelle können dazu beitragen, Eigenkapital aufzubringen und die Finanzierungslücke des Mittelstandes zu schließen“, ist Univ.-Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber, Leiter des Forschungsbereiches Wirtschafts-, Budget- und Finanzpolitik an der Donau-Universität Krems, überzeugt: „In diesem Sinne sind Alternativfinanzierungsmodelle keine Konkurrenz zum Bankensektor, sondern eine willkommene Ergänzung.“  

Für etablierte, mittelständische Unternehmen ergeben sich durch das Alternativfinanzierungsgesetz mehrere Chancen: "KMU sind für Anleger aufgrund der vorhandenen Marktposition und des damit durchwegs geringeren Veranlagungsrisikos besonders interessant. Zudem gibt es innovative KMU, die die Alternativfinanzierung auch für ihre Unternehmenskommunikation sowie das klassische Marketing einsetzen und enorm davon profitieren“, so Haber.

WimTec als Vorreiter bei Alternativfinanzierung
"Dass das Alternativfinanzierungsgesetz für KMU und für private und gewerbliche Anleger eine Win-Win-Situation ist, stellen wir eindrucksvoll unter Beweis“, erklärt KR Herbert Wimberger, Gründer und Geschäftsführer der WimTec Sanitärprodukte GmbH aus Ferschnitz in Niederösterreich. WimTec, 1991 gegründet, ist Marktführer von berührungslos gesteuerter Sanitärtechnik in Österreich und Technologieführer in Mitteleuropa. Am 1. September 2016 startete Herbert Wimberger gemeinsam mit Sohn und Geschäftsführer Peter Wimberger das Wachstumsprojekt „Zukunft mitgestalten“. Und das mit großem Erfolg: Innerhalb von nicht einmal drei Monaten investierten Anleger über die eigens geschaffene Webseite invest.wimtec.at über 540.000 Euro. Das durchschnittliche Investitionsvolumen liegt bei 10.000 Euro und das bei einer fairen Fixverzinsung von 4,5 Prozent jährlich als Kontoauszahlung oder 8,4 Prozent als Warengutscheine (inkl. 20 Prozent USt.). Die Laufzeit des nachrangigen Darlehens beträgt sechs Jahre und endet 2022. Die Darlehenshöhe ist zwischen 1.000 und 25.000 Euro frei wählbar.

Wachstumsoffensive am deutschen Markt
Mit WimTec HyPlus hat sich das Unternehmen auf Lösungen in der Trinkwasserhygiene spezialisiert. Mit dem steigenden Komfortanspruch verfügen Gebäude über viele Wasserabgabestellen, welche teilweise unzureichend bis kaum genutzt werden. Im stehenden Wasser vermehren sich Krankheitserreger wie zum Beispiel Legionellen und stellen eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Eine neue Generation intelligenter Armaturen von WimTec misst den Wasserverbrauch an einzelnen Zapfstellen und spült diese bei Bedarf automatisch durch. Großes Potenzial für HyPlus sieht WimTec in Deutschland, wo – anders als in Österreich – die Trinkwasserverordnung Betreibern von öffentlichen und gewerblichen Gebäuden eine Untersuchungspflicht des Wassers bereits gesetzlich vorschreibt und sie auch haftbar macht. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg berichtete 2015, dass 15 Prozent der untersuchten Hausinstallationen so stark kontaminiert waren, dass umgehend Maßnahmen bis hin zu einem kompletten Duschverbot ergriffen werden mussten.  

Wertschöpfung in der Region
"Mit der Gründung einer eigenen Vertriebstochter haben wir vor drei Jahren die Basis für eine Exportoffensive gelegt, die wir nun weiter ausbauen wollen. Wir investieren eine Million Euro in dieses Vorhaben, wovon 300.000 Euro aus dem Cashflow und 700.000 Euro aus dem Wachstumsprojekt „Zukunft mitgestalten“ stammen“, erklären Herbert und Peter Wimberger. Das Geld fließt in die Schaffung von mindestens 26 neuen Arbeitsplätzen am Firmenstandort in Ferschnitz/NÖ. Auch die regionale Verwurzelung ist ein starkes Zugpferd, um Kapitalgeber zu überzeugen: „Wir verwenden die Mittel regionaler Investoren, um vor Ort neue Arbeitsplätze zu schaffen. Lokale Mittel bewirken somit eine Steigerung der Wertschöpfung in der Region. Aufgrund der enorm positiven Entwicklung des Projekts gehen wir davon aus, dass wir unser Ziel von 700.000 Euro noch heuer erreichen werden."

    WimTec Sanitärprodukte GmbH

    Freidegg 50, 3325 Ferschnitz
    Österreich
    +43 7473 5000-0

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