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v.l. Gerhard Zeiner, SAP Österreich, Hans-Joachim Schlobach, RS Verlag, Phat Huynh, Telekom Austria Group M2M, Susanne Altendorfer-Kaiser, Montanuniversität Leoben, Stefan Heiglauer, Österreichische Post, Wolfgang Kubesch und Roman Stiftner, BVL Österreich, Erwin Trinkl, A1 Telekom.

Ennovation Day der BVL Österreich: "Internet of Things - Von der Vision zur Realität"

26. November 2015 | 08:16 Autor: Lukas PR Startseite, Wien, Niederösterreich

Hagebrunn bei Wien (A) 135 Teilnehmer konnte die BVL Bundesvereinigung Logistik Österreich am 2. Ennovation Day im neuen A1 Logistikcenter in Hagenbrunn bei Wien begrüßen. Welche Potenziale moderne Informationstechnologien bereits heute bieten und an welchen Konzepten für die Zukunft gearbeitet wird, präsentierten Vortragende aus Industrie, Handel und Forschung sowie bekannter Technologieunternehmen. In den Diskussionen und Forumsgesprächen wurde deutlich, dass der Evolutionsprozess längst begonnen hat.

Wie sich das Internet der Dinge entwickelt hat und was sich dahinter verbirgt, erläuterte Roman Stiftner, Präsident BVL Österreich. So entstand in einer ersten Welle das Internet. Social Media als zweite Welle vernetzt heute mehrere Milliarden Menschen in den unterschiedlichen Plattformen. Internetfähige Gegenstände tauschen milliardenfach Daten miteinander aus. Bis 2020 wird sich die Datenmenge verdoppeln, wenn nicht verdreifachen. Roman Stiftner: „Es wird entscheidend sein, in den Unternehmen Kompetenzfelder zu erschließen und Mitarbeiter für die Herausforderungen der Zukunft zu qualifizieren.“

Für Sonja Wallner, Vorstandsmitglied A1 Telekom Austria, ist der Ennovation Day ein wichtiger Event, der eine Avantgardefunktion einnimmt und bedeutende Impulse setzt: „Ein Haus wie A1 kann vom Informationsaustausch und Wissenstransfer anlässlich solcher Veranstaltungen viel für das eigene Unternehmen mitnehmen.“ Das moderne A1 Logistikcenter in Hagenbrunn, sei auch ein gutes Beispiel wie aus einer Vision Realität geworden ist. In nur einem Jahr Bauzeit entstand auf einer Grundstücksfläche von 60.000m2 das neue Lager mit 21.000 Lagerplätzen. Unter anderem würden 1,3 Millionen SIM-Karten und 800.000 Mobiltelefone im neuen A1 Logistikcenter jährlich verpackt und verschickt.

Visionäre Ansätze als Fundament für zukünftige Erfolgsmodelle
Wie man moderne Informations- und Kommunikationstechnologien in der Logistik umsetzen und zur praktischen Anwendung bringen kann, ist Forschungsschwerpunkt von Dr. Susanne Altendorfer-Kaiser. Die Assistenzprofessorin vom Lehrstuhl Industrielogistik an der Montanuniversität Leoben: „Wir befassen uns mit der Planung, Bereitstellung und dem Einsatz von IKT in den Unternehmen.“ Dazu zähle unter anderem die Verarbeitung von Daten in Echtzeit, die Sicherstellung der Datenkonsistenz oder die Visualisierung der Informationen.

„Noch werden 90% der Pakete direkt zugestellt. Es geht um die restlichen 10 Prozent und um die Individualisierung“ so Stefan Heiglauer, Geschäftsfeldleiter Österreichische Post, über die Herausforderung in der Paket-Zustellung. Wobei Daten eine große Rolle spielen und das Potenzial der Datenauswertung noch nicht ausgeschöpft sei. Im Einsatz bzw. getestet werden eine Haustürlösung, die Kofferraumzustellung oder die Lebensmittelbox, um den Kunden individuell bedienen zu können. Was sich bereits als Erfolg abzeichnet, sei die SB-Zone mit 24h-Zugang.

„M2M beschäftigt sich mit dem IoT“, so  Phat Huynh, Geschäftsführer Telekom Austria Group M2M. Was werden die großen Themen in den nächsten Jahren sein? Die Lieferdrohne, 3-Druck, Virtual Realitiy oder autonomes Fahren - das Internet of Things sei bereits Realität und ermögliche am Beispiel der intelligenten Kabeltrommel die Ortung des Ladehilfsmittel, liefere Informationen wie viel Kabel abgerollt sei und würde das automatische „Nachfüllen“ anstoßen.

„Von einer Digitalen Transformation kann man erst dann sprechen, wenn die Technologie sinnvoll nutzbar ist“, so Gerhard Zeiner, Chief Operating Officer SAP Österreich. Bausteine der neuen digitalen Realität seien neue Business-Szenarien, eine digitale Unternehmens-organisation und eine entsprechende Technologie-Datenbasis. „Unternehmen dürfen den Technologiesprung nicht versäumen und müssen dafür sorgen, das Organisationsstrukturen mitwachsen.“ Dazu braucht es kreative Zugänge. Start Ups machen Innovationen vor. Visionäre Digitalisierungsansätze würden sich auch in Supply Chain und Logistik durch neue smarte Verbindungen zwischen Menschen, Prozessen, Daten, Objekten, Devices und Sensoren zeigen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit intensiver Beteiligung des Auditoriums wurde deutlich, dass in der IKT-Euphorie nicht auf den Menschen, auf Datensicherheit und Datenschutz vergessen werden dürfe. Der Entwicklungsprozess ließe sich nicht mehr stoppen – auch um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Wichtig sei es, mit derselben Intensität auch die menschliche Seite zu betrachten.

Wettbewerbsvorsprung durch intelligente Lösungen
Die Plan.Net Gruppe deckt alle Facetten der digitalen, interaktiven und integrierten Kommunikation ab. Patrick Karl, Geschäftsleiter Plan.Net Austria: „Wir mobilisieren Prozesse für neue Geschäftsideen, ziehen Analysen aus Big Data und erarbeiten intelligenteste Informationsarchitektur. Wir zeigen auf, wie man mit Daten umgehen kann.“ Dazu würden mit Hilfe einer Middleware Datenmaterial gesammelt und ausgewertet.

Isabell Schlüter von Reisewitz LRPS stellte die intelligente Dispositionslösung AuReS vor. Die automatische Tourenplanung wird in den unterschiedlichsten Branchen eingesetzt. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Vorgaben wäre durch einen eigens entwickelten Algorithmus eine vollständige Tourenplanung mit 4.000 Aufträgen für 70 Ressourcen in weniger als fünf Minuten möglich.

„Cargoe wurde 2014 gegründet und ist ganzheitlicher Logistikpartner der beiden Presse Grossisten Morawa und PGV Austria“, so Hannes Staubmann, Geschäftsleiter Cargoe Morawa PGV. Aus den Standorten Salzburg in Senec werden zwischen 4 und 7 Uhr 1,1 Millionen Zeitschriften an 18.000 Kunden ausgeliefert und Remissionen bearbeitet. Das gelingt durch ein flächendeckendes Logistiknetzwerk: 2 Hubs, 32 Depots, 420 Touren an 365 Tagen im Jahr. Das junge Unternehmen biete aber auch Logistikservices für andere Bereiche wie z.B. Banken- und Belegtransporte, Kataloglogistik für Reisebüros, B2C-Lieferungen für Koch-Abo oder Tech.Express.

Peter Rojko, Leitung Business Development und Internationales, Hafen Wien, informiert über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. So soll der Hafen zu einem modernen multimodalen Verkehrsknoten ausgebaut, die Kooperationen mit Seehäfen, Binnenhäfen und Terminals verstärkt, die Feinverteilung vom Hafen im Hinblick auf Smart Urban Logistics optimiert, mit Logistikunternehmen und Speditionen verstärkt kooperiert und mit Projekt-partner Förderprojekte zur Gütermobilität abgewickelt werden.

Evolution statt Revolution
„Industrie 4.0 ist keine Revolution – es ist ein Prozess. Cyper Physical Systems sind die „Befähiger“ einer Industrie und Logistik 4.0“, so Prof. Klaus-Dieter Thoben, Universität Bremen. Neben Cyper Physical Systems und Sensorik zur Erfassung von physikalischen Daten sei Aktorik zur Wirkung auf physikalische Vorgänge ein Kernelement. Industrie 4.0 Konzepte seien z.B. eine Smart Factory, das Internet der Dinge und das Internet der Services (IoS). Beispiele für eine Logistik 4.0 seien die Digitalisierung in der Logistik, die Gestaltung sicherer Abläufe, die Optimierung schlanker Materialflüsse durch hochflexible Fördertechnik und eine zustandsbasierte Distribution wie beispielsweise das autonome Entladen von Containern.

Im anschließenden Forumsgespräch über Marktpotenziale durch innovatives Daten-management wirkten Gregor Herzog, Geschäftsführer GS1 Austria, Ljuban Magdelinic, Bereichsleiter Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten, Gerd Marlovits, Bereichsleiter EDITEL Austria, und Sylvia Völker, Bereichsleiterin MARESI Austria, mit.

So hätte der EU-Beschluss zur Lebensmittelinformationspflicht und zur Identifizierung von Produkten in Onlinestores den schnelldrehenden Konsumgüterbereich vor immense Herausforderungen gestellt. Immer mehr Onlineplattformen verlangen von professionellen (Wieder)-Verkäufern unter anderem die GTIN des Produktes. Die Global Trade Item Number ist der GS1 Identifikationsschlüssel zur weltweit eindeutigen Kennzeichnung einer Handelseinheit und ermöglicht den reibungslosen Ablauf von Onlinetransaktionen.

Wiesbauer gehört zu den EDI-Nutzern der erste Stunde. Bereits 1992 wurden erste SEDAS Nachrichten ausgetauscht. Damit hat das Unternehmen über 20 Jahre EDI-Erfahrung und verwendet das EDIFACT-Nachrichtenformat als Standard. Der Wurstspezialist ist mit einer Vielzahl von internationalen und nationalen Kunden via EDI verbunden – mit Logistikpartner zu 100 Prozent.

Editel unterstützt seine Kunden in der Supply Chain Optimierung durch EDI. 15.000 Anwender nutzten 2015 die EDI-Plattform von Editel für 300 Millionen EDI-Transaktionen weltweit. MARESI verwendet GS1 Sync. Unter dem Dach von MARESI werden über 50 Marken betreut. Hinter den Marken stehen Stammdaten. Durch die Lebensmittel-informationspflicht hätte sich der Umgang mit Daten verändert – auch im Hinblick darauf, dass jenes Unternehmen die Haftung trägt, das die Marke auf den Markt bringt. Prof. Peter Faller, Emeritus Wirtschaftsuniversität Wien, gestaltete das Schlusswort und beleuchtete die relevantesten Zukunftsaspekte.

  • 135 Teilnehmer folgten der Einladung der BVL Österreich zum 2. Ennovation Day im neuen A1 Logistikcenter in Hagenbrunn bei Wien. (Fotos: Emese Benko)
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