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(Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Windenergieausbau in Europa bleibt 2015 noch stabil

09. Feber 2016 | 11:31 Autor: IG Windkraft Österreich, Niederösterreich

St. Pölten (A) Mit dem Ausbau von 12.800 MW Windkraftleistung im letzten Jahr konnte der Windenergieanteil am Stromverbrauch in der EU auf 11,4% gesteigert werden. „Leider setzt sich der Trend fort, dass der Windenergieausbau in immer weniger Ländern passiert“, berichtet Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und ergänzt: „Die Investitionen in erneuerbare Energien in Europa sind einmal mehr um 18% gesunken.“

Im Jahr 2015 konnten 12.800 MW Windkraftleistung in der EU errichtet werden. In Summe stehen nun Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 142.000 MW in der Europäischen Union und erzeugen bereits 11,4% des europäischen Stromverbrauches. Im letzten Jahr waren 77% der neu errichteten Kraftwerksleistung in der EU erneuerbare Energien. Allen voran die Windenergie: Ganze 44% der gesamten neu errichteten Kraftwerksleistung waren Windkraftanlagen. „Diese Zahlen zeigen, dass die Windenergie die treibende Kraft der europäischen Energiewende ist“, bemerkt Giles Dickson, Geschäftsführer des europäischen Windenergie Verbandes EWEA.

Ausbau auf wenige Länder beschränkt
Der Windenergieausbau in Europa wird nur mehr in wenigen Ländern vollzogen. Knapp die Hälfte der neuen Windkraftleistung im Jahr 2015 wurde in Deutschland errichtet. Die fünf ausbaustärksten Länder errichteten gemeinsam sogar zwei Drittel des Ausbaus. Unter diesen befinden sich die Länder Deutschland, Großbritannien und Polen, in denen der zukünftige Windkraftausbau durch anstehende Änderungen der Rahmenbedingung mehr als fraglich ist. „Länder in denen die Politik und die Rahmenbedingungen unklar oder ineffektiv sind, haben die Investoren und Projektentwickler verlassen“, bemerkt Giles. Ein erschreckendes Beispiel hierfür ist Spanien: In Spanien ist die Windenergie bereits die größte Stromerzeugungsquelle. Es ist jenes Land mit der zweitgrößten installierten Windkraftleistung in Europa (23.000 MW). Seit drei Jahren ist dort die Windbranche durch die geänderten Rahmenbedingung total eingebrochen. 2015 wurde kein einziges Windrad mehr errichtet. Die mühsam aufgebaute Windindustrie ist nachhaltig zerschlagen. Erst letztes Jahr wurde Acciona, ein spanischer Windkrafthersteller, vom deutschen Konkurrenten Nordex aufgekauft. Vor Kurzem wurde von Übernahmeplänen des spanischen Energieversorgers Iberdrola durch Siemens berichtet.

Investitionen in erneuerbare Energien boomen – nur in Europa nicht
Mit 290 Mrd. Euro waren die Investitionen in erneuerbare Energien laut  Bloomberg New Energy Finance noch nie so hoch wie im Jahr 2015. Während China mit 17% Anstieg und die USA mit 8% Anstieg das Investitionsranking für sich entscheiden konnten, verliert Europa komplett den Anschluss und weißt einen Investitionsrückgang bei erneuerbaren Energien von 18% auf. „So wenig hatte Europa das letzte Mal 2006 investiert“, bemerkt Moidl enttäuscht und ergänzt abschließend: „Wenn Europa nicht unverzüglich die richtigen Weichenstellungen vornimmt, ist die mühsam erarbeitet Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien Geschichte. Für Österreich heißt dies die rasche Anpassung des Ökostromgesetzes, weil sonst dessen Erfolgskurs und der Ausbau erneuerbarer Energien einen Abbruch erleben wird.“

    Interessengemeinschaft Windkraft Österreich

    Wiener Straße 19, 3100 St. Pölten, Österreich
    +43 2742 21955-0

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