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(Foto: Michael Loeper / pixelio.de)

Baufirmen in Amstetten hoffen wieder auf zufriedenstellendes Jahr

05. Feber 2016 | 10:20 Autor: Dr. Bruno Müller Österreich, Niederösterreich

Amstetten (A) Das vergangene Jahr ist für die Baufirmen des Bezirks Amstetten nach einem etwas zögerlichen Start durchaus zufriedenstellend verlaufen. Wie Günther Lehner, Baufunktionär der Wirtschaftskammer im Bezirk dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, sei die Auftragslage gut gewesen. Nicht zuletzt weil auch das Wetter mitgespielt habe. „Heuer hoffen wir auf eine ähnlich gute Ausgangslage“, sagt er.

Doch sind die Zeiten für die Baubranche alles andere als rosig. Deshalb hat das Niederösterreichische Baugewerbe auf dem NÖ Baugewerbetag ein Forderungsprogramm unter dem Titel „Es muss sich etwas ändern“ beschlossen. Darin sind zehn konkrete Punkte aufgelistet. Diese reichen von einer „angemessenen Gesetzgebung, Vollziehung und Rechtsprechung über Beraten statt Bestrafen bis zur Forcierung der regionalen Wirtschaft. Diesen Forderungen haben sich auch die Bauhilfs- und Baunebengewerbe angeschlossen.

Für Günther Lehner ist dieses Forderungsprogramm dringend nötig, „um Problembewusstsein zu schaffen“. Denn allein im Bezirk Amstetten gibt es derzeit 170 Betriebsstandorte, die zur Landesinnung Bau gehören, 56 davon sind Baumeisterbetriebe. Zusammen beschäftigen sie  1.210 Mitarbeiter, wovon 75 Lehrlinge in Ausbildung sind. Pro Jahr erwirtschaften die Amstettner Bauunternehmen einen Produktionswert von rund 200 Millionen Euro. „Doch die Belastungen, vor allem für klein- und mittelständische Baubetriebe, nehmen ständig zu“, merkt Lehner kritisch an. „Unternehmer werden zusehends als Täter mit negativem Einschlag gesehen und auch so behandelt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind schon schwierig genug, da müssen die Bürokratie und der Gesetzgeber nicht ununterbrochen noch zusätzlich eins draufsetzen. Eigentlich sollten wir uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können und nicht auf das Verwalten. Die bürokratischen und administrativen Belastungen und Hürden müssen endlich abgebaut werden, denn sie sind nicht nur unerträglich, sondern auch existenzbedrohend.“

Fakt sei weiters, dass in ein Eigenheim oder eine Wohnungsrenovierung weniger investiert wird. „Die Kunden überlegen genauer und wägen ab. Das Börsel sitzt eben nicht mehr so locker wie noch Ende der 2000er Jahre“, sagt Günther Lehner. Dazu komme noch die teilweise illegale Billigkonkurrenz aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei. „Diese macht sich nicht mehr nur in den Grenzbezirken breit. Auch  hier in Amstetten kursieren Flugblätter, mit denen solche Firmen ihre Dienste anbieten. Da können wir natürlich nicht mithalten“, meint Lehner. Wichtig wäre, dass die Behörden sämtliche Betriebe prüfen und nicht nur die heimischen Firmen, die leicht greifbar sind. Vor allem müsse es möglich sein, Strafen auch im Ausland einzuheben. Nicht zuletzt gelte es, die Kunden darüber aufzuklären, dass sie dafür sorgen, dass Arbeitsplätze gesichert werden und die Wertschöpfung in der Region bleibt, wenn sie ihren Auftrag einer eingesessenen Firma geben.

    Wirtschaftskammer Niederösterreich

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