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Verbrauch niedriger als berechnet – zertifiziertes Passivhaus hält was es verspricht

07. November 2013 | 09:15 Autor: Energieinstitut Vorarlberg

Dornbirn (A) Nach ungefähr zweieinhalb Jahren der Messungen, Berechnungen und Optimierungen konnte diesen Sommer die Evaluation des Gemeindezentrums St. Gerold mit einem sehr positiven Ergebnis abgeschlossen werden.

Verbrauch 6 % unter Berechnung
Die Auswertungen der gemessenen Verbräuche zeigen, dass das Gebäude im Jahr 2012 klimabereinigt sechs Prozent unter den vorausberechneten Werten der zertifizierten Berechnung mit Hilfe des Passivhausprojektierungspakets (PHPP) liegt.  Und dies, obwohl bei der Berechnung -wie international für viele Berechnungsverfahren normiert- mit einer Innenraumtemperatur von 20 °C gerechnet wurde. Wird bei der Berechnung neben der Anpassung des „Rechen-Klimas“ auch noch die Innentemperatur an realistische Werte angepasst (22 °C Raumtemperatur), dann unterschreitet der Verbrauch die Berechnungen sogar um 30 %!

Notwendig bzw. initiiert wurde die Evaluation des Gemeindezentrums St. Gerold, nachdem bei den ersten Analysen der Energieverbräuche durch den lokalen Energiebeauftragten deutliche zu hohe Verbräuche festgestellt wurden. Da das Gemeindezentrum als Passivhaus zertifiziert ist, lag bereits eine qualitätsgesicherte Berechnung anhand des Passivhausprojektierungspakets vor und musste nicht erst noch durchgeführt werden. Eine erste Auswertung brachte hier einen Mehrverbrauch von etwas über 120%  zu Tage.

Betriebsoptimierung und Evaluierung sind unabdingbar  
Basierend auf den ersten Auswertungen wurden anschließend die technischen Systeme analysiert und auf Fehler hin untersucht.

Die Analyse der Haustechnik brachte zusammengefasst die folgende grundlegende Erkenntnisse: zum einen, dass es weder in der Planung noch in der Installation Fehler gab, es aber zum anderen deutlich Optimierungspotentiale bei der Einstellung der Regelparameter gab.

Besonders im Bereich der eingestellten Temperaturen bei der Wärmepumpe als auch bei den Luftmengen bei der Lüftungsanlage waren deutliche Optimierungspotentiale möglich.

Dies führte dazu, dass vor allem dadurch der Energiebrauch von 2010 bis 2012 in etwa halbiert werden konnte, so dass nun die berechneten Werte sogar unterschritten werden konnten.

„Die zeigt erneut, dass  auch –oder gerade- bei hocheffizienten Gebäuden die Betriebsoptimierung von sehr hoher Wichtigkeit und eigentlich unabdingbar ist“, so Dipl.-Ing. (FH) Michael Braun, M.Sc., als Projektleiter beim Energieinstitut Vorarlberg zuständig für die Evaluierung des Gemeindezentrums. „Die Baufertigstellung eines Gebäudes endet nicht mit Abzug des letzten Handwerkers, sondern beinhaltet eine geplante und korrekte Inbetriebnahme und Parametrisierung der Technischen Gebäudeausrüstung sowie eine Evaluierungs- und Optimierungsphase während der ersten zwei bis drei Jahre! Nur dann können die berechneten Werte auch eingehalten werden.“

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