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EVN: Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2015/16 auf Vorjahresniveau

25. Mai 2016 | 09:22 Autor: EVN Startseite, Niederösterreich

Maria Enzersdorf (A) In Österreich lagen die Temperaturen im ersten Halbjahr 2015/16 nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Auch in Bulgarien verlief der Winter überaus mild; die Heizgradsumme lag deshalb im Berichtszeitraum nicht nur um 13,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert, sondern auch deutlich unter dem Mehrjahresdurchschnitt. In Mazedonien lagen die Temperaturen im Winter 2015/16 etwa auf Vorjahresniveau, womit die Heizgradsumme nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt blieb.

Die Preise für Primärenergieträger (Rohöl, Erdgas und Steinkohle) entwickelten sich im Vergleich zur Vorjahres-periode ebenso weiter rückläufig wie die Termin- und Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom. Die für den Berichtszeitraum geltenden Terminpreise für Grundlaststrom sanken auf 34,0 Euro pro MWh, jene für Spitzenlaststrom auf 43,9 Euro pro MWh. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 29,1 Euro pro MWh zurück, jene für Spitzenlaststrom reduzierten sich auf 37,6 Euro pro MWh.

Trotz Umsatzrückgang gesteigertes EBIT und EBITDA; Konzernergebnis über Vorjahresniveau
Die Umsatzerlöse verringerten sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 28,0 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 1.196,8 Mio. Euro. Gesteigerte Erlöse aus der Vermarktung des in den Kraftwerken der EVN erzeugten Stroms sowie aus dem niederösterreichischen Netzgeschäft konnten dabei geringere Erlöse aus den reduzierten Erdgashandelsaktivitäten des Konzerns sowie einen durch den milden Winter beeinflussten mengenbedingten Umsatzrückgang in Südosteuropa, der durch niedrigere Preise verstärkt wurde, nicht ausgleichen.

Unter Berücksichtigung geringerer operativer Aufwendungen, vor allem bedingt durch einen Rückgang des Aufwands für Fremdstrombezug und Energieträger sowie weiteren Verbesserungen im Inkassobereich und einer gleichzeitigen Kostenreduktion in Südosteuropa, erhöhte sich das EBITDA um 38,4 Mio. Euro bzw. 10,0 % auf 422,4 Mio. Euro.

Die Abschreibungen stiegen aufgrund der Investitionstätigkeit des Konzerns um 4,2 Mio. Euro. Per Saldo ergab sich damit ein EBIT von 290,7 Mio. Euro, das um 53,2 Mio. Euro bzw. 22,4 % über dem Vergleichswert des Vorjahres lag.

Das Finanzergebnis lag mit –39,5 Mio. Euro um 17,5 Mio. Euro bzw. 79,3 % unter jenem des Vorjahreszeitraums. Dies ist im Wesentlichen auf die Dividende der Verbund AG zurückzuführen, die in der Berichtsperiode nicht im Beteiligungsergebnis berücksichtigt ist, da diese erst am 13. April 2016 von der Hauptversammlung der Verbund AG beschlossen wurde. In Summe erhöhte sich das Konzernergebnis um 24,4 Mio. Euro bzw. 14,8 % auf 189,9 Mio. Euro.

Solide Bilanzstruktur; gesunkene Nettoverschuldung
Die positiven operativen Ergebnisse der EVN sind die Grundlage für eine solide Bilanzstruktur. Die Eigenkapital-quote erhöhte sich zum 31. März 2016 auf 41,4 % (30. September 2015: 39,8 %). Die durch die 87. Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 genehmigte Ausschüttung einer Dividende von 0,42 Euro pro Aktie erfolgte am 29. Jänner 2016 und ist daher im Eigenkapital abgebildet. Die Nettoverschuldung reduzierte sich gegenüber dem 30. September 2015 um 81,9 Mio. Euro bzw. 6,7 % auf 1.148,9 Mio. Euro. Daraus resultierend sank das Gearing auf 42,8  % (30. September 2015: 47,5  %.

Entwicklungen im Energie- und Umweltgeschäft

Energiegeschäft
Im ersten Halbjahr 2015/16 stieg die Stromerzeugung der EVN deutlich an. Hohe Bedeutung hatte dabei der Einsatz der thermischen Kraftwerke für die Lieferung von Ausgleichsenergie und für das Engpassmanagement – und damit zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie zur Unterstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie. Auch in Zukunft werden die thermischen Kraftwerke der EVN für diese wichtigen Aufgaben verfügbar gehalten. So werden die thermischen Kraftwerke der EVN auch in den Sommer-monaten 2016 und 2017 insbesondere zur Netzstabilisierung in Österreich auf vertraglicher Basis bei Bedarf eingesetzt werden. Ebenso gilt der Vertrag über die Bereitstellung von Reservekapazitäten für den süddeutschen Raum auch für die kommenden beiden Winterhalbjahre.

Der im Geschäftsjahr 2013/14 vorgestellte Investitionsschwerpunkt der EVN, der Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro innerhalb von vier Jahren in Niederösterreich vorsieht, wurde im ersten Halbjahr 2015/16 plangemäß im nunmehr dritten Jahr fortgesetzt. Rund 70 % des gesamten Investitionsprogramms sind für die Erweiterung bzw. den Neubau von Anlagen im Netzbereich vorgesehen, die insbesondere auch dem Transport der laufend steigenden Einspeisemengen an Windenergie dienen. Im Bereich der erneuerbaren Strom­erzeugung verläuft der Baufortschritt des Windparks Paasdorf-Lanzendorf nach Plan. Aus heutiger Sicht wird der Windpark mit insgesamt sechs Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 19,2 MW im Lauf des heurigen Sommers in Betrieb genommen. Damit wird die EVN ihrem Ziel, die Erzeugungskapazität aus Windkraft innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre von derzeit 250 MW auf über 300 MW zu erhöhen, wieder einen Schritt näher kommen.

Zum 1. Mai 2016 hat die EVN Vertriebsgesellschaft im Rahmen der EnergieAllianz in Österreich neuerlich die Einkaufsvorteile aus den gesunkenen Großhandelspreisen für Erdgas durch eine Preissenkung an ihre Privatkunden weitergegeben. Nach den jeweils fünfprozentigen Energiepreissenkungen für Strom und Erdgas im letzten Oktober wurden die Erdgas-Arbeitspreise für Haushalte im Schnitt um weitere rund 7 % gesenkt.

Umweltgeschäft
Der Schwerpunkt der Investitionen im Umweltgeschäft lag auf der weiteren Steigerung der Versorgungs-sicherheit mit Trinkwasser und der Verbesserung der Trinkwasserqualität. Zudem investierte die EVN in die Leistungsfähigkeit ihrer Pumpwerke im Waldviertel, um steigende Verbrauchsspitzen, insbesondere während der Sommermonate, auszugleichen. Die Errichtung einer Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya, mit der die Wasserhärte künftig auf natürliche Weise reduziert wird, ist bereits weit fortgeschritten und soll Ende Juni abgeschlossen werden. Per 1. Jänner 2016 erweiterte die EVN ihr Versorgungsgebiet in Niederösterreich durch die Übernahme des Wasserleitungsnetzes der Stadtgemeinde Litschau.

Im internationalen Projektgeschäft konnte die EVN im Berichtszeitraum einen wichtigen Erfolg auf internationaler Ebene verbuchen: Die EVN wurde als Generalunternehmer für die Planung und Errichtung von drei Abwasserbehandlungsanlagen in Mazedonien beauftragt, wodurch der EVN nun auch im Umweltgeschäft der Markteintritt in Mazedonien gelungen ist. Zum Stichtag 31. März 2016 arbeitete die EVN an der Umsetzung von sieben Projekten in Mazedonien, Montenegro, Tschechien und Zypern.

Ausblick
Unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzern­ergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 weitgehend stabil erwartet. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklung in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis jedoch wesentlich beeinflussen.

    EVN AG

    EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf
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