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EVN Halbjahresbericht: Umsatz stieg auf 1,28 Milliarden Euro

27. Mai 2021 | 10:26 Autor: EVN Startseite, Niederösterreich

Maria Enzersdorf (A) Ein positiver Geschäftsverlauf führte zu Verbesserung in Umsatz, EBIT und Konzernergebnis. Witterungsbedingter herrschte höherer Energiebedarf in Österreich, Bulgarien und Nordmazedonien. 376 MW wurden Windkraftkapazität per 31. März 2021 installiert. Die Errichtung einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Krems wurde abgeschlossen; es liefert Ökostrom für 15.000 Haushalte und Naturwärme für bis zu 30.000 Haushalte. Die Inbetriebnahme der fünften Naturfilteranlage in Petronell-Carnuntum ist für Winter 2021/22 geplant. Die EVN kehrt in den ATX zurück!
 
Die Kennzahlen im Überblick

  • Umsatz: +7,6 % auf 1.284,8 Mio. Euro
  • EBIT: +10,3 % auf 254,5 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: +15,3 % auf 176,0 Mio. Euro
  • Nettoverschuldung: 929,9 Mio. Euro (30. September 2020: 1.037,7 Mio. Euro)


Dank des integrierten Geschäftsmodells und der breiten Kundendiversifikation der EVN hatte die Covid-19-Pandemie bisher nur punktuelle Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Konzerns. Verzögerungen bei Bauvorhaben bzw. Investitionen im Segment Netze konnten während des ersten Halbjahres 2020/21 bereits teilweise wieder aufgeholt werden. Nationale Lockdowns, Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen internationaler Lieferketten erschweren jedoch das internationale Projektgeschäft.
 
Energiewirtschaftliches Umfeld
Das erste Halbjahr 2020/21 war in allen drei Kernmärkten der EVN von niedrigeren Temperaturen geprägt als die Vergleichsperiode des Vorjahres; in Österreich lag der temperaturbedingte Energiebedarf auch über dem langjährigen Durchschnitt. Die Marktpreise für Grund- und Spitzenlaststrom, Erdgas und CO2-Emissionszertifikate sind im Berichtszeitraum allesamt gestiegen.
 
Umsatz, EBIT und Konzernergebnis über Vorjahreswert
Die Umsatzerlöse der EVN beliefen sich im ersten Halbjahr 2020/21 auf 1.284,8 Mio. Euro und verzeichneten damit einen Anstieg um 7,6 %. Zurückzuführen war dies vor allem auf das internationale Projektgeschäft und hier auf das im Sommer 2020 gestartete Abwasserprojekt in Kuwait. Zuwächse ergaben sich zudem im Netzbetrieb - neben der kühleren Witterung in allen drei Kernmärkten wirkten sich hier die per 1. Jänner 2021 von der E-Control in Österreich festgelegten höheren Netznutzungsentgelte aus. Gegenläufig dazu wirkten geringere Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften für die Stromerzeugung sowie geringere Umsatzerlöse aus dem Erdgashandel.

Der bei den sonstigen betrieblichen Erträgen verzeichnete Anstieg auf 165,5 Mio. Euro (Vorjahr: 41,9 Mio. Euro) ist primär den Effekten aus der Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts geschuldet. Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger nahm aufgrund der im zweiten Quartal 2020/21 erforderlich gewordenen Dotierung einer Rückstellung für belastende Verträge um 2,4 % auf 568,7 Mio. Euro zu. Gegenläufig dazu wirkte der Umsatzrückgang im Erdgashandel aufwandsmindernd.

Getrieben durch die Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft stiegen die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand um 81,4 % auf 240,8 Mio. Euro an. Mit 176,9 Mio. Euro lag der Personalaufwand im Berichtszeitraum um 4,1 % über dem Vorjahresniveau. Neben kollektivvertraglichen Anpassungen beruhte dies u. a. auf der Aufnahme zusätzlicher Mitarbeiter für das Abwasserprojekt in Kuwait.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich auf 127,3 Mio. Euro (Vorjahr: 61,2 Mio. Euro), wesentlich beeinflusst von einer operativen Ergebnisverbesserung sowie Veränderungen von Bewertungseffekten aus Absicherungsgeschäften bei der EVN KG. Neben höheren Ergebnisbeiträgen der RAG und der Energie Burgenland trug zu dieser Verbesserung auch noch eine Wertaufholung von 9,6 Mio. Euro beim Wasserkraftwerk Ashta dank der wieder gesunkenen Länderrisikoprämie bei. Auf Basis dieser Entwicklungen lag das EBITDA der EVN im ersten Halbjahr 2020/21 mit 535,8 Mio. Euro um 37,8 % über dem Vorjahreswert.

Die planmäßigen Abschreibungen stiegen investitionsbedingt sowie infolge der Abschreibung von aktivierten Projektvorlaufkosten für das Projekt in Kuwait um 17,2 % auf 168,2 Mio. Euro. Im Zusammenhang mit der Übernahme des zusätzlichen Strombezugsrechts waren zudem Wertminderungen auf ein thermisches Kraftwerk im Ausmaß von 113,1 Mio. Euro erforderlich. Per Saldo erzielte die EVN damit ein um 10,3 % höheres EBIT von 254,5 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis verbesserte sich insbesondere aufgrund einer verbesserten Performance des R 138-Fonds um 27,8 % auf -21,0 Mio. Euro. In Summe ergab sich daraus im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis in Höhe von 176,0 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 15,3 %.
 
Solide Bilanzstruktur
Die EVN verfügt über eine solide und stabile Kapitalstruktur, die eine gute Grundlage für die Umsetzung des umfassenden Investitionsprogramms in den Bereichen Versorgungssicherheit, CO2-freie Energiezukunft und Trinkwasserversorgung der nächsten Jahre bildet. Die Nettoverschuldung bewegt sich konstant auf einem Niveau um rund 1 Mrd. Euro.
 
Energiegeschäft
 Die Stromerzeugung der EVN lag im ersten Halbjahr 2020/21 mit 2.079 GWh, wovon 1.112 GWh (Vorjahr: 1.155 GWh) auf die erneuerbare Erzeugung entfielen, um 3,1 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Anteil der erneuerbaren Erzeugung lag im Berichtszeitraum bei 53,5 % (Vorjahr: 53,8 %). Das Windaufkommen lag im ersten Halbjahr 2020/21 deutlich unter dem Vorjahresniveau und dem langjährigen Mittelwert. Das Wasserdargebot war jedoch überdurchschnittlich gut. Die Stromerzeugung in den Wärmekraftwerken ist aufgrund einer geringeren Anzahl an Abrufen des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung um 2,4 % auf 968 GWh gesunken.

Umwelt- und Wassergeschäft
 Die Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich bildet einen Investitionsschwerpunkt der EVN. Der Bau der fünften Naturfilteranlage in Petronell-Carnuntum, die gemäß aktuellem Baufortschritt wie geplant im Winter 2021/22 in Betrieb gehen soll, sowie der Ausbau der überregionalen Versorgungsleitungen sind aktuell die wichtigsten Projekte.

Im internationalen Projektgeschäft konnte im Februar 2021 mit dem Auftrag zur Sanierung und Modernisierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage Gilau zur Versorgung der Stadt Cluj-Napoca mit einem Auftragswert von rund 12 Mio. Euro ein neues Projekt in Rumänien gewonnen werden. Zum Stichtag 31. März 2021 arbeitete die WTE Wassertechnik demnach an der Planung und Errichtung von neun Projekten im Bereich der Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung und thermischen Klärschlammverwertung in Deutschland, Polen, Litauen, Rumänien, Bahrain und Kuwait sowie an drei weiteren Klärschlammverwertungsprojekten in Deutschland (Halle-Lochau, Hannover und Straubing) im Rahmen des Joint Venture sludge2energy.
 
Investitionsprogramm für die nächsten Jahre
Für die nächsten Jahre plant die EVN ein umfassendes Investitionsprogramm mit jährlichen Investitionen von bis zu 450 Mio. Euro, von denen rund drei Viertel auf Niederösterreich entfallen werden. Umfangreiche Netzinvestitionen sichern die Versorgungssicherheit, eine CO2-freie Energiezukunft sowie das Wachstum im Segment Netze. Auch die erneuerbare Erzeugung in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biomasse sowie die Trinkwasserversorgung bilden Investitionsschwerpunkte für die EVN.
 
Bestätigung des Ausblicks für das Geschäftsjahr 2020/21

Unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen erwartet die EVN für das Geschäftsjahr 2020/21 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 200 bis 230 Mio. Euro. Der weitere Verlauf der Coronakrise und daraus folgende gesamtwirtschaftliche Auswirkungen könnten einzelne Geschäftsbereiche der EVN und damit die Ergebnisentwicklung des Konzerns jedoch negativ beeinflussen.

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