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Mag. Andreas Hartl, Institutsleiter des WIFI Niederösterreich (Foto: Niko Formanek)

"Industrie 4.0" am WIFI Niederösterreich

22. Jänner 2016 | 17:31 Autor: Dr. Bruno Müller Österreich, Niederösterreich

St. Pölten (A) Das Thema „Industrie 4.0“ schlägt sich auch im Kurs- und Lehrgangsprogramm des WIFI NÖ immer stärker nieder. „Dieses Thema haben wir bereits vor Jahren in bestehende Angebote eingegliedert, etwa bei der Facharbeiter-Ausbildung Automatisierungstechnik. Als Schwerpunkte werden dabei die Themen Dezentralisierung, Vernetzung oder 'smart components' behandelt“, teilt WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Auch was die Datensicherheit betrifft, gehe man speziell auf Fragen der industriellen Vernetzung ein.

Das Thema Datensicherheit nennt Hartl einen Knackpunkt. Denn es herrscht eine gewisse Distanz zu den angebotenen Lösungsansätzen, sagt er. Die Unternehmen warten noch ab. Dadurch sei aber zu befürchten, dass Chancen verpasst werden.

Industrie 4.0 erfordere jedenfalls umfassende Konzepte. „Man muss sich mit allen Prozessen im Unternehmen beschäftigen, es bedarf einer strukturierten und systematischen Planung“ erklärt der WIFI-Institutsleiter. Er verweist aber auch auf die Chancen der „digitalen Fabrik“ - etwa  die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Individualisierung der Produkte und der Produktion, „und nicht zu vergessen: die Integration von Dienstleistungen in smarte Produkte“.

Die Auswirkungen auf die Arbeitswelt seien derzeit noch schwer einzuschätzen, meint Hartl. „Sicherlich werden durch die Automatisierung Routinejobs entfallen, andererseits entstehen neue Betätigungsfelder in neuen Organisationsstrukturen.“ Es werde darum gehen, Aufträge gezielter zu managen. „Die Nutzung der gesamten Wertschöpfungskette im eigenen Unternehmen muss optimiert werden. Industrie 4.0 ist - so gesehen - eine logische Konsequenz der automatisierungstechnischen Evolution.“

Und die Herausforderungen für das WIFI? „Da geht es nicht nur um inhaltliche Fragen“, erklärt Hartl. „Wir müssen in diesem Zusammenhang auch eine Anpassung der Weiterbildungszeiten vorantreiben“, sagt er.

Für den 20. April ist ein Technologiegespräch zum Thema „Instandhaltung 4.0“ im WIFI angesagt. Denn auch die Instandhaltung stehe vor neuen Herausforderungen im Umgang mit komplexen Produktionssystemen oder mechatronischen Baugruppen. Hartl: „Die Definition von Regeln und die Beurteilung von Risiken sowie die Optimierung von Prozessen gehören künftig ebenfalls zum Aufgabenbereich des Instandhaltungspersonals. Dieses muss systemisch denken und interdisziplinär agieren.“

Ab Mitte Februar startet im WIFI NÖ zudem im Feld der 4.0-Themen eine neue 6-semestrige Bachelor-Ausbildung. Hartl: „Business und Engineering wachsen noch stärker zusammen. Das WIFI NÖ trägt dem Rechnung und bietet in Zusammenarbeit mit der Steinbeis Hochschule Berlin die Ausbildung zum Bachelor of Engineering (B. Eng.) in Business and Engineering an.“ Nähere Informationen und einen Folder „Bachelor of Engineering“ stehen auf der WIFI-Homepage zum Download bereit.

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