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Pollmann hebt neues Produktionswerk aus der Taufe

19. Februar 2020 | 16:11 Autor: Beckhoff Automaten GmbH Startseite, Niederösterreich

Vitis (A) Als Weltmarktführer bei Schiebedach-Kinematiken und elektromechanischen Türschlossern ist die Firma Pollmann stolze Besitzerin mehrerer Produktionswerke. Das „Jüngste“ steht in Vitis, es wurde softwareunterstützt aus der Taufe gehoben. Unter der Federführung von Peneder, STIWA und Beckhoff entstand bereits während der Planungsphase ein digitales Gebäudemodell, das mit den wichtigsten zu erwartenden realen Kennzahlen gefüttert wurde. Dadurch gab es das Endergebnis bereits beim Spatenstich „live“ zu erkunden: Ein Blick durch eine 3D-Brille machte das BIM-Geplante begreifbar und gestattete den Bauherren einen realen Ausblick auf die Zukunft.

Die Entwicklung und Fertigung innovativer Produkte hat bei Pollmann seit mehr als 130 Jahren Tradition. Das Unternehmen wurde 1888 von Franz Pollmann als Handwerksbetrieb zur Herstellung feinmechanischer Geräte und Uhren in Karlstein gegründet und ist heute mit weiteren Produktionsstandorten in Vitis, in Tschechien, in China und in den USA weltweit aktiv. Wobei die Kernkompetenz der Waldviertler bei hochkomplexen Mechatronik-Bauteilen für die Automobilindustrie liegt. Bei Schiebedach-Kinematiken und elektromechanischen Türschlossgehäusen ist Pollmann mittlerweile Marktführer.

Das mittlerweile in vierter Generation geführte Familienunternehmen befindet sich auf einem deutlichen Wachstumskurs. Deshalb wurde in den Jahren 2018/2019 in rund 25 Kilometer Entfernung vom Headquarter ein zusätzliches Werk aus der Taufe gehoben. „Mit Pollmann 2.0 gehen wir schnurstracks in Richtung Industrie 4.0.

Intelligente Vernetzung von Maschinen- und Industriebau
Im Maschinenbau ist es mittlerweile gang und gäbe, dass mithilfe von 3D-Modellen geplant und simuliert wird. In der Architektur inklusive Gebäudetechnik hingegen sind es einstweilen nur einige wenige visionäre Vorreiter, die einen vermehrten Einsatz digitaler Zwillinge bei der Planung und Ausführung von zu errichtenden Objekten konsequent vorantreiben. Zu diesen Pionieren zählen auch der Spezialist für Industrie- und Gewerbebau die Peneder Bau-Elemente GmbH und die STIWA Group, die nicht nur auf dem Gebiet der Hochleistungsautomation zu den weltweit führenden Spezialisten zählt, sondern auch im Gebäudeautomations-Bereich äußerst erfolgreich und innovativ tätig ist. „Als Maschinenbauer und Softwareunternehmen sind wir es gewohnt, das Produktionsumfeld zu optimieren. Dabei stellten wir fest, dass die vorherrschenden Umgebungsbedingungen einen starken Einfluss auf die Gesamtanlageneffektivität haben: Wie viel Platz steht rund um die Maschine zur Verfügung? Welche klimatischen Bedingungen herrschen in einer Produktionshalle vor? Wie ist es um den internen Materialfluss und die Wege der Mitarbeiter bestellt? All diese Dinge gilt es demnach bei der Planung eines – wie wir es nennen – Smart Industrial Buildings genauso zu beachten wie die benötigten Energieflüsse“, weiß DI Thomas Führer, MSc, Leiter des Geschäftsbereichs Gebäudeautomation bei der STIWA Holding GmbH, aus langjähriger Projekterfahrung. Gemeinsam mit seinem bewährten Kooperationspartner bei anspruchsvollen Industriebauten, der Firma Peneder, versucht er demnach in Planungsworkshops die wahren Erfordernisse der Auftraggeber – sprich die aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Produktion und Betriebsabläufe an das Gebäude – zu eruieren. Diese Phase, in der alles, von der äußeren architektonischen Hülle bis zum darin enthaltenen automatisierungstechnischen Kern, softwareunterstützt geplant wird, sei laut Führer bei einem guten Teamplay, wie es bei Pollmann der Fall war, sogar in acht Wochen zu schaffen.

Flexibel erweiterbar
Insgesamt standen 65.000 m² Grundfläche für das neue Werk II zur Verfügung. Ein weiterer Fixpunkt war der Fertigstellungstermin. Nachdem Pollmann nur dann expandiert, wenn ein konkreter Kundenauftrag dahintersteckt, schwebte von Anfang an eine besonders sportliche Vorgabe im Raum: Das Werk musste maximal zehn Monate nach dem ersten Spatenstich in den Vollbetrieb gehen. „Die kleineren komplexen Bauteile werden nach wie vor im Headquarter in Karlstein hergestellt, aber für die größeren Bauteile in hoher Stückzahl benötigten wir zusätzliche Fertigungskapazitäten“, verrät Standortleiter Manfred Jäger. „Wir wollten diese vornehmlich Gehäuse und Deckel für Türschließsysteme weitgehend automatisiert mit möglichst wenig Logistikaufwand durchschleusen“, präzisiert er eine der Grundanforderungen an die ausführenden Unternehmen Peneder, STIWA und Beckhoff. Seitens Pollmann dezidiert erwünscht war außerdem ein nachhaltiger Umgang mit Energie und sonstigen Ressourcen, die Sicherstellung strukturierter Personen- und Warenströme sowie eine flexible Erweiterbarkeit des Standorts in mehreren Ausbaustufen.

Im Moment werden 9.400 m² für die Produktion, für ein Hochregallager mit derzeit 5.500 Palletten-Stellplätzen, für Büros, Technik- und Sozialräume genutzt. „Der in der Planungsphase gemeinsam erarbeitete Masterplan wurde allerdings so ausgelegt, dass sich dieses Werk sehr schnell und einfach auf insgesamt bis zu fünf Hallen ausdehnen lässt. Da alle Versorgungsleitungen sowie Personen- und Warenströme in einer zentralen Logistikachse zusammenlaufen, reicht es, diese Magistrale entsprechend zu verlängern, um die nächste Ausbaustufe einzuleiten“, beschreibt DI Harald Setka, Architekt bei der Peneder Bau-Elemente GmbH, einen Lösungsansatz, von dem sich Robert Pollmann auf Anhieb begeistert zeigte: „Da merkt man dann den Unterschied, wenn man bei einem Industriebau-Projekt auf wirkliche Spezialisten ihres Faches vertraut. Wir selbst hätten weder an eine Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes gedacht, noch wären wir auf die Idee gekommen, für einen mittig platzierten Infrastruktur-Kanal zu sorgen, von dem links und rechts die Achsen zu den einzelnen Verbrauchern wegführen. Das war für mich neu, so etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen“, lobt der Geschäftsführende Gesellschafter der Pollmann International GmbH die vorausschauende Herangehensweise seines Architektur- und Bauspezialisten.

  • (Foto: Kurt Hörbst)
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