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Mobile Pelletiermaschine Pelletec D 8.0 im Einsatz (Foto: SCM)

SCM entwickelt technische Revolution gegen Luftverschmutzung

12. Dezember 2018 | 13:52 Autor: SCM Startseite, Niederösterreich

Tulln-Staasdorf (A) Pelletierung direkt am Feld oder im Forst, also ohne Zwischentransporte, ist höchst effizient und trägt nachhaltig zur Reduzierung der ständig zunehmenden weltweiten Luftverschmutzung bei. Die von der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH in Tulln (NÖ) entwickelte Maschine verarbeitet halmgutartige Biomasse, wie etwa Stroh, Heu, Energiepflanzen oder Feldreste, aber auch Waldrestholz, in Sekundenschnelle zu gebrauchsfähigen Pellets. Das ergibt völlig neue Möglichkeiten für Futtermittel und -zusätze, Einstreu und Düngung, aber auch für industrielle Anwendungen. Verseuchte Böden lassen sich durch Einsatz von Energiepflanzen wesentlich rascher sanieren, die Pflanzen liefern – wie Holz – als Pellets „grüne Energie“ und ersetzen fossile Energieträger.

Ebenso nachhaltig - auch die Herstellung und Finanzierung der Pelletiermaschinen
Zur Herstellung größerer Stückzahlen plant SCM den Aufbau eines neuen Werks im Raum Tullnerfeld. Um das Risiko von Knowhow-Abflüssen zu minimieren, will man das Herzstück dieser revolutionären Entwicklung „Made in Austria“ – den patentierten Verdichter – ausschließlich im eigenen Haus fertigen. Alle Transportwege sollen möglichst kurz gehalten werden. Daher ist vorgesehen, die Pelletiermaschinen für den europäischen Markt im neuen Werk zu produzieren. Das schafft zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze und damit zusätzliche Wertschöpfung in der Region.

Für Pelletiermaschinen, die von Kunden in Übersee bestellt werden, ist eine Lizenzerzeugung durch Partnerunternehmen vorgesehen – so arbeitet SCM bereits seit einigen Monaten mit einem Partner am chinesischen Markt zusammen. Hier ist das Problem der steigenden Luftverschmutzung inzwischen zum Topthema geworden.

Nun gilt es, möglichst rasch am Markt Fuß zu fassen, einige potenzielle Großkunden wollen kurzfristig Maschinen ordern und ausprobieren, in weiterer Folge werden Bestellungen von größeren Stückzahlen erwartet. Dazu ist es erforderlich, eine erste Serie zu produzieren.

Zur Finanzierung dieser ersten Produktionsserie begibt SCM 1,999.900 Euro Genussrechtskapital in Form von verbrieften Genussrechtsanteilen, durch die sich Anleger unbegrenzt am Unternehmenserfolg und – gedeckelt mit maximal 300 Prozent der Einzahlung – am zukünftigen Unternehmenswert beteiligen können. Um möglichst vielen Kleinanlegern in der Region diese Beteiligungsmöglichkeit zu geben, werden 19.999 Genussrechtsanteile zu je 100 Euro öffentlich angeboten. Die Stückzahl der ersten Serie ist flexibel und richtet sich nach der Höhe des eingelobten Genussrechtskapitals.

Ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit
In der Volksrepublik China ist das Problem der steigenden Luftverschmutzung inzwischen zum wichtigen Thema geworden. So werden nur 40 Prozent der jährlich anfallenden etwa 900 Millionen Tonnen Stroh in China verwertet, der größere Teil wird meist auf den Feldern verbrannt, das sind über 18 Prozent der gesamten Feinstaubbelastung. Daraus erzeugte Pellets lassen sich jedoch in der Landwirtschaft als Einstreu, Futter- oder Düngemittel einsetzen. Lizenzherstellung und Service der mobilen Pelletiermaschinen schaffen zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze.

In der EU ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Luftverschmutzung das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko. Berechnungen zufolge, sterben EU-weit jährlich 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung - besonders gefährdet sind Menschen in städtischen Gebieten. Die Erkrankungen verursachen Kosten von jährlich 300 Milliarden Euro.

Nur 24 Containerschiffe egalisieren den Schwefelausstoß von 750 Millionen Autos (knapp 90.000 Tonnen), hat die DK-Group Marine Industry Innovators ermittelt. Durch Beigabe von hochwertigen und keimfreien Rohfasern zum Kraftfutter lässt sich etwa in der Schweinemast die Fleischqualität ohne Verlangsamung des Wachstumsprozesses steigern, durch Pelletierung von Ganzpflanzen wie etwa Gerste (Kraftfutter + Rohfaser) lässt sich der Dreschvorgang einsparen. Pelletierte Luzerne mit hohem Protein- und Rohfasergehalt können dem Futter beigemengt werden und ersetzen dadurch große Mengen an Soja (Stichwort Regenwaldvernichtung und Transport). Ab ca. 70 – 80 kg Mastgewicht können Luzerne als Alleinfutter verwendet werden, auch in der Rindermast ist der Einsatz möglich. Vor Ort produzierte Pellets reduzieren somit Schiffstransporte von Soja aus Übersee.

Pelletierte Energiepflanzen punkten auch in industriellen Anwendungen. Etwa in der Papierproduktion, benötigt doch Graspapier pro Tonne Zellstoff vergleichsweise nur rund 2,5 Prozent des Energieaufwands beim herkömmlichen Rohstoff Holz. Im Fokus steht die Herstellung eines kostengünstigen Frischfaserzellstoffs mit möglichst geringer Umweltbelastung, wie einem verschwindend geringen industriellen Wasserbedarf (weniger als ein Liter pro Tonne Graszellstoff, verglichen mit mehreren tausend Litern Wasser pro Tonne Holzzellstoff), einer massiven Energieersparnis von bis zu 80 Prozent pro Tonne Frischfasermaterial und dem kompletten Verzicht auf Prozesschemikalien.

Die mobile Pelletiermaschine ist das Ergebnis einer mehr als 15-jährigen Entwicklung „Made in Austria“ und kombiniert bewährte Prozesse mit einer einzigartigen, patentierten Technologie. Im Einsatz vermindert sie die Kosten für eine Tonne Pellets auf weniger als 40 Euro. Dieser Quantensprung bei den Kosten sowie bei der Produktionskapazität - durchschnittlich acht Tonnen pro Stunde - macht jetzt den Weg für viele interessante Applikationen frei. Die Maschine arbeitet so effizient, dass sich die Investition für deren Anwender bereits innerhalb sehr kurzer Zeit (nur etwa zwei Jahre bei 1.000 Betriebsstunden) amortisiert - die Ersparnisse durch geringere Transport- und Lagerkosten im Verhältnis zum Ausgangsmaterial sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

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