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Norbert Fidler, Obmann der Bezirksstelle St. Pölten

Wirtschaftskammer Niederösterreich: Solides Wirtschaftswachstum im Bezirk St. Pölten

25. April 2016 | 11:18 Autor: Dr. Bruno Müller Österreich, Niederösterreich

St. Pölten (A) Das insgesamt schwache Wirtschaftswachstum empfindet Norbert Fidler, Obmann der Bezirksstelle St. Pölten der NÖ Wirtschaftskammer, zwar als „problematisch“. Aber Stadt und Bezirk St. Pölten seien ein „attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Ansiedlungsdichte“, der nach wie vor wachse.

In der Landeshauptstadt selbst gab es im ersten Quartal 2016 eine Zunahme um 111 Gewerbeberechtigungen (705 Zugänge, 594 Abgänge), im Bezirk ein Plus von 220 Berechtigungen (1.293 Zugänge, 1.073 Abgänge). Das fiel zwar geringer aus als im 1. Quartal des Jahres 2015, „zeigt aber, dass die Region NÖ-Mitte ein sehr interessanter Wirtschaftsstandort ist“, so Fidler.

Die Wirtschaftskammer hat im Bezirk (Stadt und Land) mit Ende März 2016 8.987 aktive Kammermitglieder – um rund 200 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der Betriebsstandorte ist – ebenfalls um rund 200 – auf 9.824 gestiegen. Mit dem Jahreswechsel auf 2017 werden mit einem Schlag etwa 1.900 Betriebe aus dem aufgelösten Verwaltungsbezirk Wien-Umgebung mit den Gemeinden Gablitz, Mauerbach, Pressbaum, Purkersdorf, Tullnerbach und Wolfsgraben dazukommen. „Wir werden dann deutlich über der 10.000-er Grenze rangieren“, so Fidler. Die WK-Außenstelle Purkersdorf, vor kurzem erst als Neubau eröffnet, werde jedenfalls als regionale Außenstelle erhalten bleiben, betont Fidler. „Auch die Kammerstruktur bleibt bis zu den nächsten Wahlen 2020 gleich.“

Der Bezirk St. Pölten steht vor weiteren Aufwertungen seiner Infrastruktur. Nach der Donaubrücke bei Traismauer wird Ende nächsten Jahres wird die Güterzugumfahrung St. Pölten fertiggestellt, was auch eine weitere Attraktivierung der Bahn für den Personenverkehr zur Folge haben wird. Und im kommenden Jahr soll auch das von der Wirtschaft der Region lange geforderte Projekt Traisental-Schnellstraße S 34 in Angriff genommen werden. „Sie wird den Betrieben im Traisen- und im Pielachtal viel an Entlastung bringen“, betont Fidler.

Auch beim Thema Internet/Breitband sei der Bezirk recht gut aufgestellt. „Mir sind keine Problemregionen bekannt“, so Fidler im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Aus eigener Erfahrung in Traismauer könne er nur sagen: „Wir haben in Traismauer Glasfaser und in meinem Betrieb für Gas/Wasser/Heizungs-Installationen einen schnellen ADSL-Anschluss. Demnächst soll es noch schneller werden.“

Problemregionen gibt es hingegen bei den Facharbeitern und Lehrlingen. „Je entlegener ein Betrieb in der Region angesiedelt ist, desto geringer ist das Arbeitskräfte-Potenzial“, sagt Fidler. Im ländlichen Bereich sei es nicht leicht, Fachkräfte zu finden. In der Stadt oder dort, wo es gute Verkehrsverbindungen gibt, sei es leichter. Was die Qualität und Motivation der Mitarbeiter und Lehrlinge betreffe, seien sie in den ländlichen Regionen meist besser als im städtischen Bereich.

Mit dem Wissen „Den perfekten Lehrling gibt es nicht“ warnt Fidler seine Unternehmer-Kollegen vor oft überzogenen Erwartungen, obwohl es noch immer „viele tolle junge Menschen mit Potenzial gibt“. Im Vorjahr haben 533 Lehrbetriebe im Bezirk 2.444 Lehrlinge ausgebildet. Fidler selbst bildet derzeit eine junge Dame zur Gas-, Wasser- Heizungs-Installateurin aus.

Generell bemängelt Fidler die oft mangelhafte Einstellung zur Arbeit. Das Thema Mindestsicherung sei vielen Unternehmern ein Dorn im Auge, denn „Leistung muss entlohnt werden, nicht das Nichtstun“, sagt der WK-Bezirksobmann. Er fordert, dass im Zusammenhang mit der Mindestsicherung auch Sachleistungen berücksichtigt bzw. deutlichere Anreize für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben gegeben werden.

    Wirtschaftskammer Niederösterreich

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